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Gute Argumente für Tropenholz - Problematik Holzabbau und Export von Tropenhölzern
Schreiner im WebWer den Tropenwald zerstört, beeinträchtigt die Qualität des Lebens - denn die Wälder in Südamerika, in Afrika und Asien haben vielfältige Aufgaben: Sie sind die klimatische Lunge der Welt. Und ihr Holz ist für die Menschen der Entwicklungsländer oftmals einzige Erwerbsquelle, sorgt für Arbeit, Ausbildung und Brot. Verantwortungsbewusstes Handeln für den Tropenwald heisst daher, ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen Ökologie und Ökonomie. Das ist auch unsere Haltung im Umgang mit Tropenholz. Viele tropische Holzarten besitzen wertvolle Eigenschaften, die andere Hölzer und Materialien nicht haben. Struktur, Dauerhaftigkeit, Maserierung und Farbe sind oft einzigartig. Die schwerwiegendste Ursache der Waldvernichtung ist aber nicht die Holznutzung, sondern die Brandrodung beim Wanderfeldbau. Nur 3.6% des gesamten Holzschlages in Tropenländern wird exportiert. 82% wird durch Brandrodung vernichtet oder für Holzkohle verwendet und 14.4% wird als Nutzholz in den Tropenwald-Ländern verwendet (Quelle FAO). Eine sinnvolle Nutzung des Tropenwaldes dient seinem Fortbestand. Pflege und schonende Nutzung der Wälder lohnen sich wirtschaftlich für alle Beteiligten. Nicht ein Verzicht auf Tropenholz ist es, der die Wälder rettet: Wenn niemand dieses Holz kauft, entgeht den Menschen eine lebensnotwendige Einnahmequellen - und: Sie verlieren das Interesse, für sie wertlos gewordene Wälder zu schützen. Aus kontrollierter Holznutzung gewonnenes Tropenholz dient also letztlich dem Erhalt des Regenwaldes als wichtigem weltweiten Ökosystem.Der Tropische Regenwald - ein MythosOhne Kommentar. Sollte aber jeder Tropenholz-Boykotteur einmal gelesen haben...Schrot & KornDie Aufrufe zum Boykott von Tropenholz haben den Wald nicht gerettet. Teilweise sind sie sogar Ursache für Brandrodungen, denn die Bevölkerung in Südamerika muß sich dadurch andere Erwerbsquellen suchen, zum Beispiel die Viehzucht. "Quantifizieren kann man diesen Anteil am Waldverlust nicht, aber der Effekt ist da", bestätigt Heiko Liedecker, der für den WWF (World Wide Fund for Nature) das Thema Holzsiegel betreut. Ökologisch verträgliches Tropenholz gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung. Sogar Entwicklungsminister Carl-Dieter Spranger (CSU) rief kürzlich dazu auf, nur Produkte mit einem Siegel zu kaufen, das vom Weltforstrat FSC (Forest Stewardship Council) vergeben und kontrolliert wird. Diese Institution mit Sitz in Mexiko wurde 1993 gegründet. Jetzt kommen Kooperativen wie El Ceibo, die sich dem ökologischen Anbau verschrieben haben, und bieten Tropenholz an. Ein plötzlicher Gesinnungswandel? "Nein, wir wollen den Regenwald zwar nutzen, aber ganz behutsam", erklärt Winfried Steiner, Entwicklungshelfer bei El Ceibo. Ein Kriterienkatalog gibt vor, was in nachhaltig bewirtschafteten Parzellen erlaubt ist. Dazu gehört zum Beispiel, lediglich ausgewachsene Bäume zu schlagen, und zwar nur so viele, daß das ökologische Gleichgewicht des Waldes nicht gefährdet wird. Die Eingriffe werden überwacht; Kontrolleure verleihen nach einer Übergangszeit das Sello Verde, das "Grüne Siegel". Das Zertifikat steht für Tropenholz aus ökologischer, sozialverträglicher und wirtschaftlich tragfähiger Forstwirtschaft. Es wird unter anderem vom Weltforstrat Forest Stewardship Council unterstützt, einer vom World Wide Fund for Nature (WWF) mitgegründeten Organisation.Ein Zertifikat für nachhaltige WaldwirtschaftWer nicht auf Teakholz verzichten möchte, der sollte beim Einkauf auf das Zertifikat des Forest Stewartship Council (FSC) achten. Fragen Sie im Handel danach. Der FSC ist eine regierungsunabhängige internationale Dachorganisation, die 1993 gegründet wurde. Mitglieder sind Waldbesitzer, Holzindustrie, Naturschutzorganisationen, Gewerkschaften, Organisationen der Ureinwohner und Zertifizierungsunternehmen. Ziel der Organisation ist es, international gültige Standards für eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Waldwirtschaft weltweit zu etablieren. Hierfür hat der FSC zehn Prinzipien aufgestellt. Nur wer diese anerkennt, erhält als Warenzeichen ein geschütztes Gütesiegel. Mit der Vergabe des Gütesiegels wird garantiert, das alle Arbeitsschritte kontrolliert wurden. Das FSC-Logo signalisiert dem Verbraucher also, dass es sich um Holzprodukte aus nachhaltiger Waldnutzung handelt. Damit soll die Nachfrage nach umwelt- und sozialverträglichem Holz gezielt angeregt werden. Vorgaben für die Waldbewirtschaftung enthalten zum Beispiel den Verzicht auf Kahlschlag und Vorrang der Naturverjüngung. Der FSC hat inzwischen rund 370 Mitglieder in 52 Ländern. Auf Initiative des WWF (World Wildlife Fund) haben sich in Deutschland über 50 Unternehmen aus Holzverarbeitung und Holzhandel zusammengeschlossen, um die Vermarktung von FSC-zertifizierter Ware voranzubringen. Das Gütesiegel ist eingebrannt, aufgedruckt oder als Anhänger befestigt. Wichtig ist die Zertifizierungsnummer. Anhand dieser Nummer können die Herkunft des Holzes und der verarbeitende Betrieb zurückverfolgt werden. Fehlt diese Nummer am Produkt oder haben Sie sonst Zweifel an der Echtheit des Siegels, dann nehmen Sie Kontakt mit der Geschäftsstelle des FSC oder mit Robin Wood auf. Kaufen Sie nur Teakmöbel, die Ihnen eine schlüssige, international anerkannte Herkunftsgarantie geben, denn falsche Tropenholz-Siegel hat es in der Vergangenheit leider immer wieder gegeben.FSC ZertifikateDas Zertifikat des Forest Stewartship Council (FSC) gilt wegen seiner eindeutig sozial und ökologisch ausgerichteten Richtlinien als einziges akzeptables Gütesiegel für Waldwirtschaft. ROBIN WOOD und zahlreiche andere Umweltorganisationen unterstützten den FSC.Gartenmöbel aus Teakholz: Kontrolle statt BoykottWenn sich bei dem Wort "Tropenholz" das ökologische Gewissen des Käufers regt, spricht das für dessen Umweltbewußtsein. Mittlerweile hat sich jedoch die Meinung durchgesetzt, dass es besser ist, Holz aus kontrollierter und nachhaltiger Bewirtschaftung zu kaufen und zu verarbeiten, als durch generellen Boykott den illegalen Raubbau und Vertrieb oder die Verlagerung der Produktion in Drittländer zu fördern. Dem stimmte auch Greenpeace im Dialog mit dem Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte e.V. (BHB), Bonn, zu. Der BHB ist Mitglied der Gruppe 98, die den Vertrieb von FCS-zertifiziertem Holz unterstützt. Der FSC ist eine regierungsunabhängige Organisation, der Umwelt- und Naturschutzverbände, Vertreter indigener Völker sowie Repräsentanten der Forstwirtschaft und Holzindustrie angehören. Sein Ziel ist der Schutz der Primärwälder und eine naturnahe, sozio-ökonomisch verträgliche Bewirtschaftung der Sekundärwälder.Geo - PROJEKTE: RegenwaldDeutsche Baumärkte und Gartencenter bieten wieder zunehmend Mobiliar aus Tropenholz an. Obwohl sich in der Öffentlichkeit längst eine abwehrende Haltung gegenüber diesem Material durchgesetzt hat - im Interesse des Regenwaldschutzes. Die in Südostasien billig gefertigten Produkte tragen nun oft ein Etikett wie "Holz aus geordnetem Plantagenbau" oder "unter strenger Aufsicht der Regierung gepflanzt". Doch die wahre Herkunft hält selten einer genauen Prüfung stand, oder die sogenannten "Öko-Zertifikate" entpuppen sich als vom Hersteller selbst ausgefertigt. Das sei etwa so, "wie wenn sich Autofahrer ihre eigenen TÜV-Plaketten aufs Nummernschild klebten", urteilt die Umweltorganisation Robin Wood, die über 120 Hersteller, Importeure und Händler befragt sowie die Holzhandelswege in Indonesien, Thailand, Singapur und Vietnam untersucht hat. Tropenwaldexperte Christoph Meyer, Nernstweg 32, 22765 Hamburg, kann dazu nähere Auskünfte geben. Vermehrt aus Indochina, das nach langer Isolierung immer stärker auf die Weltmärkte drängt, stammt heute die Massenware an Tropenholzerzeugnissen. Besonders beliebt: Klappstühle mit der Materialbezeichnung Balau, Keruing, Nyatoh, (Para-)Shorea oder Xan Dau, die aber auch fälschlich als "Teak" verkauft werden. Als Herkunftsland wird häufig Vietnam angegeben - mit dem Hinweis, daß dort für Holzprodukte seit 1995 eine Exportsteuer von zehn Prozent erhoben werde, die der Wiederaufforstung der kriegszerstörten Wälder zugute komme. Richtig ist vielmehr, daß die vietnamesische Regierung seit dem letzten Jahr ein Ausfuhrverbot für Tropenholzerzeugnisse erlassen hat, ausgenommen "Artefakte", kunstgewerbliche Gegenstände. Deren Definition wird freilich großzügig ausgelegt - bis hin zum Klappstuhl. Und wahr ist ebenfalls, daß die vietnamesischen Exporte gewöhnlich aus den Nachbarländern Laos und Kambodscha stammen, wo die Bäume illegal geschlagen und über die Grenze geschmuggelt werden - von Regierungstruppen, wie GEO-Reporter für das GEO Special "Vietnam, Laos, Kambodscha" (Nr. 4/1998) recherchierten.Greenpeace unterstützt keinen generellen TropenholzboykottDie Organisation richtet sich allerdings gegen die Verwendung von Tropenholz, solange nicht durch ein glaubwürdiges Zertifikat sichergestellt ist, dass es aus naturnaher Waldnutzung stammt. Ein solches Tropenholz ist bisher nur unter dem FSC-Siegel auf dem Markt.Vom Boykottaufruf gegen Tropenholz zum freiwilligen Öko-LabelAnders das Konzept des Forest Stewardship Council (FSC). Dieser «Waldbewirtschaftungsrat» wurde 1993 gegründet und ist, wie die ISO, eine privatwirtschaftliche Organisation. Er setzt sich aus Wirtschaftskreisen, Umweltorganisationen und Menschenrechtsgruppen zusammen. Der FSC hat Richtlinien für ein naturgerechtes, sozialverträgliches und auf lange Sicht wirtschaftliches Waldmanagement formuliert. Darauf aufbauend vergibt er an nationale Organisationen das Recht, Holz aus naturnah bewirtschafteten Wäldern im eigenen Land mit seinem Label auszuzeichnen. Die dazu notwendigen Standards sind - in Anlehnung an die generellen FSC-Richtlinien - auf nationaler Ebene zu formulieren. Dies soll in Übereinstimmung aller an Wald und Holz interessierten Kreise und unter Berücksichtigung der besonderen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen des Landes geschehen.Hinweise zur inhaltlichen Verantwortung:Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - "Haftung für Links" hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. 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